Es war 2017. Ich nähte sehr viel, hatte mich darin nahezu verloren und freute mich jedes Mal über ein fertig genähtes Teil, das ich in den Händen hielt.
Irgendwann wollte ich mehr und ich trat allen Nähgruppen bei Facebook bei, die ich finden konnte. Ich stieß auf Probenähaufrufe und bewarb mich häufig, ohne anfangs überhaupt zu wissen, was genau das war. Bei vielen Labels benötigte man eine eigene Fanpage, um überhaupt für ein Probenähen ausgewählt zu werden. Ich hatte natürlich keine und wollte das ursprünglich auch nicht, allerdings wollte ich weiterhin probenähen. Das war ein kleines Dilemma.
Also kam es wie es kommen musste: Ich brauchte eine Fanpage.
Sowohl die Namensfindung als auch das Design haben Monate in Anspruch genommen - heute frage ich mich, WARUM? Einfach machen! Aber das geht halt manchmal doch nicht so einfach. Ich tat mich sehr schwer mit dem Namen. Ich schaute bei anderen Seiten, wie die so heißen. Die wilden Kombis aus den ersten beiden Anfangsbuchstaben der Namen sämtlicher Familienmitglieder aneinander gereiht haben mich jedes mal in den Wahnsinn getrieben, weil ich mir sowas nie merken konnte. Das waren teilweise richtige Zungenbrecher. Diese Option war also direkt raus.
Die einzige Anforderung: Meine Seite sollte eine Verbindung zum Meer haben. Damals lebte ich noch nicht am Meer, verbrachte aber jeden freie Minute dort. Alle Begriffe, die mir dazu einfielen waren aber bereits vergeben. Wer will schon den gleichen Namen wie jemand anders? Ich jedenfalls nicht. Letztendlich ploppte der Name "kystbarn" während eines Probenähens auf, als ich - mal wieder - sehr verzweifelt nach einem Namen für meine Seite suchte. Eine liebe Probenäherin hatte die großartige Idee, "Küstenkind" einfach ins dänische zu übersetzen. Und das passte direkt wie die Faust aufs Auge. Warum bin ich da eigentlich nicht selbst drauf gekommen? Immerhin hatte ich jetzt einen Namen.
Aber damals - ich spreche hier immer noch von 2017 - war die große Zeit der Logos. Jeder hatte ein Logo, einfach jeder. Es gab extra Anbieter, die für nähende Mädels und ihre Fanpage Logos gemacht haben. Absolut verrückt! Ich wollte das aber selbst machen. Gesagt getan... (haha... der Perfektionist in mir hat wieder am lautesten gebrüllt) Wochen später hatte ich den ein oder anderen (zugegeben sehr hässlichen) Entwurf. Bis ich letzten Endes kapituliert, einfach eine Schriftart gekauft, einen Leuchtturm gezeichnet und beides miteinander kombiniert habe. Was war ich stolz darauf.
Meine Fanpage war also am 28. September 2017 geboren. Und damit auch der Name Kystbarn. Irgendwie schön. Lässt sich gut merken. Einfach zu schreiben. Passt. Von nun an schwamm ich in dem Nährausch mit und präsentierte meine Nähwerke und die Ergebnisse der Probenähen auf meiner Mini-Fanpage.



